Lyrik

Mit Leichtigkeit die Kraft der Schwere empfinden,
Mit Freude die Tiefen der Melancholie auskosten,
In verborgenen Geheimnissen die Einfachheit finden,
Nirgendwo zuhause sein, und doch stets am richtigen Ort,
Wiederentdecken, was einst als verloren galt,

Neu beleben, wo etwas schon tot geglaubt,

Wieder in Bewegung kommen,
Spüren was ist,

Stille in mir,

Endlich
Allein

Wenn ich heut noch zaubern könnt,
so hätt ich mir nichts mehr gegönnt
als jeden üblen Waffenheld
mitsamen den Waffen dieser Welt
auf immer und ewig zu verbannen
in ein Land voll Tee und Kannen.
Jeder bekäm’ eine Plantage,
und für’s Blätterpflücken eine Gage
Statt Schwarzpulver gibt’s schwarzen Tee,
und wenn sie brav sind auch Kaffee
Natürlich werden sie überwacht
Von Gartenzwergen in Jägertracht
Immer wenn diese patrouillieren
Müssen die Pflücker salutieren
Und wehe sie stehen dabei nicht stramm
Dann kommt die Plantagen-Chefmadame
Die heizt ihnen gewaltig ein,
und sorgt für Ordnung in den Reihen
sodass nach Ihrem Heilverfahren
alle Form und Haltung wahren

 

Doch neben der Teepflückprozedur
Gibt’s auch die Teekannenmanufaktur
In der die furchtlosen Gesellen
Die Kannen zu dem Tee herstellen.
Hier werden die Waffen eingeschmolzen
Mitsamt Patronen, Pfeilen, Bolzen
Die einst so schusserprobten Hände
formen nun mühsam Kannenwände
Die Finger die sonst am Abzug halten
Nun gar feinmotorisch walten
Und wo’s galts andere zu töten
ist hier viel Feingefühl von Nöten.
Denn so ein Henkel muss schon sitzen
Und beim Gießen darf’s nicht spritzen
Weshalb Bau und Form der Tülle
Entscheidend für die Kannenhülle.
Die Waffen die man einst verbrannt
Zu Kannen werden nun gebrannt.
Sodass nach eingehaltener Zeit
ein hübsches Kunstwerk steht bereit

 

Vollendet wird die Therapie
Durch eine Teezeremonie
So lernen Sie anstatt zu Schießen,
den Tee ästhetisch einzugießen,
und mit wohlgeformten Lippen
an ihrem Tassenrand zu nippen.
So wie sie Tag für Tag dort werken
Vertreiben Sie, ohne’s zu merken
Der Vergangenheit böse Geister
Und werden wahre Zeremonienmeister
So kriegen sie mit der Zeit das Feeling
für Ceylon, Earl Grey und Darjeeling

 

Alsbald macht diese frohe Kunde
Auf der ganzen Welt die Runde
Die einst so aufgeblasenen Helden,
nun als Teeexperten gelten.

 

Was also hätt werden können ein Terrorist,
wurd so ein ausgewiesener „Tee-ist“.

In manchen Momenten
Da scheint es mir
Als ob das Leben kein linearer Verlauf ist.
Immer wieder passiert es:
Plötzlich und unvorhergesehen kommst du
an einen Punkt,
wo du das Gefühl hast, etwas entwickelt sich,
etwas ist gerade im Reifen begriffen
und du bist mittendrin
Da spielt es keine Rolle, wie alt du bist
die Anzahl der Jahre machen dich nicht reifer,
es sind ganz kleine Momente
der Erkenntnis
die dich um Jahre wachsen lassen.

 

Plötzlich bist du wieder das Kind
Dass eine Situation zum aller ersten Mal durchlebt
Voll von Staunen, Neugierde und innerer Erregung
Durch das, was dir gerade eben widerfährt.
Die Intensivität und seelische Tiefe des Erlebten
widerfährt dir
von Neuem

 

Es ist schon seltsam
Die Lebensläufe in Bewerbungsschreiben
werden in der Regel linear verfasst
Und sie erwecken den Anschein,
als ob man entlang einer Linie
von einem zum nächsten Punkt gelange;
Lückenlos
Ist das Ideal des Linearen,
Aber was wenn
es viele Linien gibt
kreuz und quer laufend
Quadrate, Kreise, Spiralen
In drei- und mehrdimensionaler Art
die sich
ohne unser Wissen
ganz ruhig und doch unaufhörlich
miteinander verweben?

Ich liebe das Einfache am Leben.
Und ich liebe das Zerbrechliche am Leben.
Manchmal zerbricht etwas einfach.
Es wartet nicht. Es verzögert nicht.
Es gibt sich ganz der Wahrheit hin.
Zerbrechen tut weh. Doch der Schmerz geht vorbei.
Das was bleibt, ist die Geschichte hinter dem Zerbrochenen.
Und das ist, was uns das Leben lehrt.

Geh deinen Weg 
inmitten des Lärms – deine Ohren betäubend
lausche in dich hinein
und singe DEINE Melodie

 

Geh deinen Weg
 auf bebender Erde – deine Schritte erschütternd
falle ruhig, wenn du fallen musst.
doch lass DICH nie fallen

 

Geh deinen Weg
 durch dichtesten Nebel – deine Sicht betrübend
verlangsame deine Schritte,
bis du ganz bei DIR ankommst

 

Geh deinen Weg
 durch beissendes Feuer – dein Leben bedrohend
schließe deine Augen
und lass DICH führen.

Im Zuge des Lebens
Nimmt so Mancher den Aufzug
In dem Glauben abzukürzen,
um zuletzt doch abzustürzen.
Wissend dass gut Ding braucht Weile,
versuchts der Mensch dann doch mit Eile,
um am Ende einzusehen,
dass große Dinge klein entstehen.
Als könnt’ der Apfelbaum im Garten,
auf seine Äpfel auch nicht warten,
und träge er sie voller Stolz,
schon im Winter auf seinem Holz,
was wäre am Ende sein Gewinn?
Ja, alle Äpfel wären hin,
Drum denk nicht nur schnell ist gut,
Hab zur Langsamkeit auch Mut

Manch einer möchte etwas teilen,
was ihm gerade wichtig scheint.
Doch ist die Welt nicht immer offen,
für jede Herzensdringlichkeit.
Mal ist die Zeit nicht richtig reif,
dann ist der Ort nicht gut geraten,
Hier würde es den Rahmen sprengen,
Dort sinds die falschen Adressaten,
Nicht jede Wahrheit will man hören,
denn flüchtig ist der Welten schein,
Sie könnte einen ja verstören,
Drum schnell ins Mauseloch hinein.
So ist die Nachricht, eh’ sie bekannt,
schon wieder aus der Welt verbannt,
und hat es jemand doch vernommen,
aus weiter Ferne ganz verschwommen,
dann bequemt man sich doch lieber,
und summt weiter seine Lieder,
Sodass ich hieraus für mich lern,
dem Dialog bleibt man lieber fern.

Da wo das Herz das Gewissen berührt

Da wo das Gefühl deutlich ja ruft und der Vernunft ihren Raum lässt

Da wo du das Gefühl hast, Du selbst zu sein; in Einklang mit deinem Innersten
Da bist du richtig, Da verweile, Da kehre immer wieder hin zurück.